Freelancer Stundensatz Rechner

Stundensatz realistisch kalkulieren – mit GKV-Mindestbeitrag, Berufsgenossenschaft, Steuern und Ausfallpuffer.

Einkommensziel

Gewünschter Betrag nach Steuern in der Tasche (pro Jahr).

Einkommensteuer + Soli (ggf. Kirchensteuer). Im Zweifel höher ansetzen.

Arbeitszeit

Mo–Fr abzüglich Feiertage. Standard: 220 Tage.

Selbstständige haben keinen bezahlten Krankenstand. Realistisch: 10–15 Tage/Jahr.

Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung, Angebote schreiben.

Anteil der verbleibenden Tage, der tatsächlich fakturierbar ist.

Fakturierbare Stunden/Jahr:

Krankenversicherung

Kinder vorhanden
Beitragssatz (KK + ∅ Zusatz) 16,3 %
Pflegeversicherung 4,0 % (kinderlos)
Mindestbeitrag (ca.) 236 €/Monat
Geschätzter Jahresbeitrag wird berechnet …

Sätze nach Stand 2024. Dein Kassenzusatzbeitrag kann leicht abweichen. Zur exakten Berechnung deinen Kassenbescheid nutzen.

Weitere Absicherung & Kosten

€ / Monat. GKV zahlt selbstständigen erst ab dem 43. Krankheitstag. Ohne Krankentagegeld: volles Risiko.

€ / Jahr. Branchenabhängig. Typisch: 100–500 € / Jahr. Bei Unsicherheit: BG-Website prüfen.

€ / Monat. Selbstständige haben keine gesetzliche Rente (außer berufsständische Versorgung).

€ / Jahr. Software, Hardware, Büro, Fortbildung, Steuerberater, Versicherungen.

Sicherheitspuffer

Wird auf den Gesamtumsatz aufgeschlagen und schützt vor Monaten ohne Aufträge.

Empfohlener Mindeststundensatz

€/h


Schlüsselzahlen

Fakturierbare Stunden

Benötigter Jahresumsatz

Jahres-Fixkosten gesamt

Steuerrücklage / Jahr


Wofür zahle ich den Stundensatz?

Gewünschtes Nettoeinkommen
Steuerrücklage
Krankenversicherung (Jahr)
Altersvorsorge (Jahr)
Betriebskosten (Jahr)
Krankentagegeld (Jahr)
Berufsgenossenschaft (Jahr)
Risikopuffer
Benötigter Jahresumsatz
Netto Steuern KV Altersvorsorge Betrieb KTG BG Risiko

Vergleich mit dem einfachen Rechner

Naiver Rechner

Nettoeinkommen ÷ Stunden

Dieser Rechner

Mit allen Kosten


Was passiert bei weniger fakturierbaren Tagen?

Szenario Fakturierb. Tage Stunden/Jahr Stundensatz

10 weniger fakturierbare Tage entsprechen z. B. einem Monat mit schlechter Auslastung oder unerwarteter Krankheit.

Häufige Fragen

Die meisten einfachen Rechner teilen nur das Jahreszielgehalt durch die Arbeitsstunden. Das ignoriert: GKV-Mindestbeiträge von ca. 250 Euro pro Monat auch bei niedrigem Einkommen, Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Krankentagegeldversicherung, Betriebskosten, Steuerrücklagen sowie Ausfallzeiten durch Krankheit, Akquise und Weiterbildung. Das Ergebnis ist eine systematische Unterschätzung um typischerweise 30 bis 40 Prozent.

Selbstständige zahlen den vollen GKV-Beitrag selbst, also ca. 16,3 Prozent (14,6 Prozent allgemeiner Beitrag plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag) plus Pflegeversicherung von 3,4 Prozent mit Kindern oder 4,0 Prozent ohne Kinder. Das ergibt rund 19,7 bis 20,3 Prozent. Wichtig: Es gibt eine Mindestbemessungsgrundlage von ca. 1.178 Euro pro Monat. Selbst wer weniger verdient, zahlt mindestens etwa 230 bis 240 Euro monatlich. Die genauen Sätze können je nach Krankenkasse und Jahr leicht abweichen.

Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Viele Selbstständige sind pflichtversichert oder können sich freiwillig versichern. Der Beitrag ist branchenabhängig und richtet sich nach einem fiktiven Jahresarbeitsverdienst sowie dem Gefahrtarif der jeweiligen BG. Typische Jahresbeiträge liegen zwischen 100 und 500 Euro. Wer nicht Mitglied ist, sollte prüfen, ob eine freiwillige Versicherung sinnvoll ist.

Ausgangspunkt sind ca. 220 Arbeitstage minus Urlaub (ca. 25 Tage), Krankheitspuffer (ca. 10 Tage) und nicht fakturierbare Tage für Akquise, Buchhaltung und Weiterbildung (ca. 20 Tage). Von den verbleibenden ca. 165 Tagen sind realistisch 75 bis 85 Prozent tatsächlich fakturierbar. Das ergibt ca. 990 bis 1.060 Stunden pro Jahr bei 8 Stunden pro Tag. Wer mit 1.760 Stunden rechnet, liegt strukturell falsch.

Der Risikopuffer deckt Zahlungsausfälle, Leerstandsphasen zwischen Projekten und unvorhergesehene Kosten ab. Ein realistischer Wert liegt zwischen 10 und 15 Prozent des Jahresumsatzes. Er erhöht den Stundensatz, sodass man auch im schlechten Monat noch alle Fixkosten decken kann, ohne in die Rücklage greifen zu müssen.

Warum der Stundensatz fast immer zu niedrig angesetzt wird

Der beliebteste Fehler beim Stundensatz ist simpel: Jahreszielgehalt durch Arbeitsstunden teilen. Das Ergebnis klingt plausibel, ist aber systematisch falsch – weil mindestens fünf Kostenpositionen komplett fehlen.

Der GKV-Mindestbeitrag als unterschätzte Falle

Als Selbstständiger zahlst du den vollen Krankenversicherungsbeitrag alleine – kein Arbeitgeber teilt die Last. Noch wichtiger: Die gesetzliche Krankenversicherung hat eine Mindestbemessungsgrundlage. Selbst wenn du in einem Monat wenig oder nichts verdienst, zahlst du auf Basis von ca. 1.178 Euro pro Monat. Das entspricht einem Mindestbeitrag von rund 232 bis 240 Euro monatlich für GKV + Pflegeversicherung. Wer das ignoriert, plant mit einem Loch im Budget.

Ausfallzeiten sind keine Ausnahme, sondern der Normalfall

Ein angestellter Entwickler mit 30 Urlaubstagen verliert durch Urlaub 13,6 Prozent seiner Arbeitszeit – aber er wird trotzdem bezahlt. Als Freelancer verlierst du diese Zeit und den Umsatz. Dazu kommen Krankheitstage, Akquisetätigkeiten, Buchhaltungsstunden und Weiterbildung. Realistisch fakturierbar sind 950 bis 1.100 Stunden pro Jahr – nicht die 1.760 Stunden eines Vollzeitangestellten. Wer seinen Stundensatz auf Basis von 1.760 Stunden kalkuliert, finanziert seinen Lebensunterhalt strukturell nicht.

ToolBasis – Freelancer Stundensatz Rechner: Stundensatz korrekt kalkulieren